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| 09.-11.09.2006 - Letzte Aktualisierung: 11.09.2006 | Bundesliga |
| Update #4 (Foto-Update) | Fotos aktualisiert, KN-Spielbericht, Stimmen, Statistik und Spielbericht ergänzt... |
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(Sascha Krokowski)
Weitere Fotos zum Spiel finden Sie bei
www.vfb-bilder.de.
Ich kann hier nichts Neues erzählen, was nicht jeder selbst gesehen hat. Wir sind gut gestartet und hatten einen superguten Torwart, der 13 Bälle gehalten hat. Wir haben allerdings in der ersten Halbzeit nur 18 Würfe aufs Tor zugelassen und haben somit die erste Halbzeit hoch gewonnen.In der zweiten Halbzeit haben wir nicht richtig Gas gegeben und wollten das Ergebnis nur noch verwalten. Das Wichtigste ist, dass sich nicht ein einziger Spieler verletzt hat und alle im nächsten Spiel spielen können.
Das Spiel war bereits nach wenigen Minuten entschieden.[Zum giftigen Spiel des HBW:]
So spielen wir. Es ist die aggressive Art, weil wir nur über den Kampf zum Sieg kommen können.
Lesen Sie auch Zwei Minuten: Die THW-Kolumne nach dem Spieltag mit Mattias Andersson.
Aus den Kieler Nachrichten vom 11.09.2006:
Balingens Trainer, im Hauptberuf Privatdozent an der Universität Stuttgart, macht sich viele Gedanken um seine Sportart und formuliert bisweilen Griffiges. Es gebe nichts Praktischeres als eine gute Theorie, erklärte er vor dem Duell mit dem Rekordmeister. Also entwickelte er einen speziell auf die übermächtigen Zebras zugeschnittenen Plan. Der basierte auf aggressivem Abwehrverhalten und Tempo. Dass er auf fünf Spieler verletzungsbedingt verzichten musste, darunter Ex-Zebra Christoph Schindler, wertete Brack kaum als Handicap. So verhieß das Reißbrett den 2350 Fans in der ausverkauften rosafarbenen Tü-Arena einen erlebnisreichen Abend.
Die Lust auf Sensation und Favoritensturz wich indes sehr früh einer freudlosen Realität. Nach acht Minuten hatten Marcus Ahlm, Stefan Lövgren, Henrik Lundström und Nikola Karabatic die Praktiker aus dem Norden mit 7:1 in Führung geworfen. Kiels Abwehr war eine Wand, dahinter steigerte sich Mattias Andersson im Tor zur Glanzform. Allein in der ersten Halbzeit summierten sich seine Reflexe auf 13 Paraden, und weil der THW-Angriff, mit einem starken Stefan Lövgren auf der Mittelposition, traf wie er wollte, stand's nach 21 Minuten 17:3. Man muss lange in den Annalen blättern, um einen ähnlichen Hurra-Start in der Bundesligageschichte zu entdecken. Die wackeren Balinger fühlten sich, als wäre ein Kübel kalten Wassers über ihnen ausgeschüttet worden. Erst der Wechsel von Schlussmann Milan Kosanovic (null Paraden) auf Milos Slaby öffnete die HBW-Tür ins Spiel einen winzigen Spalt. Ungarns Nationaltorhüter debütierte mit einem gehaltenen Siebenmeter und war fortan der einzige Abwehrspieler, der sich gegen die Kieler Torflut stemmte.
Die Geschichte der zweiten 30 Minuten handelte von schmutzigem HBW-Handball und dem Kieler Bemühen, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Kritik an der übergroßen Härte seiner Spieler wies Dr. Brack mit dem Hinweis auf die Fähigkeiten seines eigenen Teams zurück. "Wir müssen das spielen, was wir können." Nach Handball sah das kaum aus. Die Schwaben schubsten, klammerten und schlugen, außerdem provozierten sie ihre Gegenspieler mit Schwalben. Zum Teil mit Erfolg, weil das junge Schiedsrichtergespann Schembs/Weyell überfordert war. So erwischte es Nikola Karabatic nach der dritten Zeitstrafe mit Rot, Balinger Raubeine wie Daniel Sauer oder Wolfgang Strobel kamen ungeschoren davon. Die Zebras kochten. Derartig aufgebracht wie am Sonnabend hat man Marcus Ahlm im THW-Trikot noch nie erlebt. Er könne verstehen, wenn man sich mit allen Mitteln gegen eine Niederlage wehre, schimpfte der Schwede, "aber die haben auch dann noch geklammert und gezerrt, wenn längst abgepfiffen war. Lustig war's nicht."
THW-Coch Noka Serdarusic war am Ende froh, dass "keiner auf Krücken nach Hause gehumpelt ist." Derweil bedankte sich Rolf Brack bei seinem Publikum, das auch in aussichtsloser Lage noch lautstark hinter seinem Team gestanden habe. Er hoffe, so appellierte der Sportwissenschaftler an die Fans, dass es im nächsten Heimspiel gegen den Abstiegskonkurrenten Minden genau so laut zugehen möge, "dann werden wir in Führung gehen und unseren ersten Bundesligasieg erringen." Für HBW Balingen-Weilstetten wäre es praktisch, wenn diese Ankündigung nicht in der Theorie stecken bleiben würde.
(Von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 11.09.2006)
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